Sind Online Casinos ein tragfähiges Geschäftsmodell?

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Lara Simmer
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Nur wenige Spieler wissen genau, wie sich ein Online Casino tatsächlich finanziert. Schaut man sich Foren im Internet an, wird über Gebühren bei der Ein- und Auszahlung gemunkelt. Das trifft jedoch bei vertrauenswürdigen Spielhallen nicht zu. Gebühren, die eventuell bei einer Auszahlung anfallen, haben meist eine andere Ursache, wie zum Beispiel Zahlungsdienstleister, die Gebühren erheben,…

Nur wenige Spieler wissen genau, wie sich ein Online Casino tatsächlich finanziert. Schaut man sich Foren im Internet an, wird über Gebühren bei der Ein- und Auszahlung gemunkelt. Das trifft jedoch bei vertrauenswürdigen Spielhallen nicht zu. Gebühren, die eventuell bei einer Auszahlung anfallen, haben meist eine andere Ursache, wie zum Beispiel Zahlungsdienstleister, die Gebühren erheben, was dann an die Kunden weitergegeben wird.

Tatsächlich verdienen Glücksspielportale jedoch über einen anderen Weg. Jeder weiß: das Haus verdient immer mit. Das heißt, bei jedem Spiel bekommt das Glücksspielportal einen gewissen Geldbetrag vom Spieler. Doch wie hoch fällt der aus? Wieviel verdient das Casino, wenn Sie zum Beispiel lediglich 5€ einzahlen und damit Ihre Einsätze machen? Und lohnt sich der Verdienst für die Casinobetreiber überhaupt?

Um das zu verstehen, müssen wir etwas weiter ausholen. Denn der Ursprung der Online Spielhallen liegt in den klassischen Casinospielen und in einem mathematischen Problem.

Von Würfelspielen zu Spielautomaten

Begonnen hat das Glücksspiel nicht etwa mit dem in Filmen so geläufigen Roulettetisch. Tatsächlich gehen die ersten Funde von Glücksspielen ungefähr auf das Jahr 3.000 vor Christus zurück. Hier wurden tatsächlich bereits sechsseitige Würfel aus Elfenbein und Knochen gefunden. Solange es Glücksspiel gibt, haben sich Menschen bereits den Kopf darüber zerbrochen, ob und wie man den Zufall voraussagen kann. Mathematik ist dabei ein entscheidender Faktor. Denn geht man mit Logik an das Ausmessen seiner Chancen für das nächste Spiel, kann man Erfolg und Misserfolg tatsächlich besser einschätzen.

Ein Beispiel dafür ist das De-Méré-Paradoxon. Mathematisch gesehen ist die Wahrscheinlichkeit, eine Sechs auf einem perfekten sechsseitigen Würfel zu werfen, 1 zu 6. Die Wahrscheinlichkeit, danach erneut eine Sechs zu würfeln, beträgt 1 zu 36. Wirft man viermal in Reihe, liegt die Wahrscheinlichkeit für mindestens eine Sechs bei knapp über 50%. Wirft man jedoch zwei Würfel 24-mal in Reihe und hofft dabei auf mindestens eine Doppelsechs, liegt die Wahrscheinlichkeit bei knapp unter 50%.

Dieses Beispiel ist nur eines von vielen logischen Problemen, die beim Spiel mit dem Zufall auftauchen können. Hat man jedoch ein gewisses Verständnis dafür, kann man daraus einen Vorteil ziehen. Die Casinobetreiber haben diese Vorteile erkannt. So entstand daher der Hausvorteil.

Der Hausvorteil

Wer schon einmal ein Casino betreten hat, wird den Begriff “Hausvorteil” (oder auch Bankvorteil) bereits gehört haben. Hiermit bezeichnet man einen Anteil am Einsatz, der als Vorteil für die Spielbank zwangsläufig einbehalten wird. Dieser bezeichnet keine Gebühr oder eine ähnliche Zwangsabgabe, sondern ist ein rechnerischer Vorteil beim Glücksspiel. Beim Roulette wird das zum Beispiel deutlich, wenn man 100€ auf eine Gruppe von vier Zahlen setzt. Heraus kommt rein rechnerisch ein zu erwartender Verlust des Einsatzes mit der Wahrscheinlichkeit von 33/37.

Da hier die Gewinnquote bei 1:8 liegt, kommt man dann bei einem Hausvorteil von 2,70% des Einsatzes heraus. Es handelt sich demnach nicht um eine Gebühr, sondern um eine statistische Angabe, die nicht direkt von jedem Spieler bei jedem Spiel an das Casino abgetreten wird, wohl aber auf lange Sicht die Kassen füllt.

Wie viel ein Casino verdienen kann, hängt vom jeweiligen Spiel ab und natürlich auch vom Glück der Spieler. So kann es theoretisch vorkommen, dass ein Casino mehrere Tage hintereinander weniger einnimmt, weil die Spieler viel Glück haben. Auf lange Sicht ist das jedoch, wie das mathematische Beispiel zeigt, praktisch unmöglich. Das Haus gewinnt also theoretisch fast immer und das nicht zu knapp.

Hier verschiedene Casinospiele mit ihren jeweiligen statistischen Hausvorteilen:

  • Europäisches Roulette: 2,7%
  • Amerikanisches Roulette: 5,3%
  • Blackjack: 0,44%
  • Jacks or Better: 0,46%
  • Caribbean Stud Poker: 5,22%

Der RTP-Wert bei Automatenspielen

Die sogenannte RTP bei Automatenspielen ist die Auszahlungsquote. Sie beschreibt den Return-to-Player-Wert, der Anteil, der theoretisch zurück an den Spieler fließt, wenn er mindestens 1.000 Spiele und mehr macht. Man wirft also den umgekehrten Blick auf das Spielergebnis. Auch wenn hier, wie bei dem klassischen Würfelspiel, der Zufall das Ergebnis bestimmt, kann man mathematisch errechnen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass eine Gewinnkombination erspielt wird. Diese kann je nach Slot und dessen Symbolen auf den Walzen errechnet werden.

Da man als Spieler die genauen Zahlen über die Symbole jedoch nicht einsehen kann, muss man sich auf die Angabe des Herstellers oder des Casinos verlassen. Den Wert findet man oft in den Infotabellen der Slots oder er wird von unabhängigen Prüfstellen wie der eCOGRA angezeigt, sofern das Glücksspielportal damit zusammenarbeitet. Bei Automatenspielen schwanken die RTP-Werte zwischen 92% und 98%. 96% gelten gemeinhin als Standard.

Blickt man auch hier wieder auf den Vorteil des Casinos, folgt also ein statistischer Hausvorteil von ca. 2-8% für Slots. Interessant wird dieser Wert für Spieler erst, wenn Sie mehr als 1.000 Spiele pro Slot machen, denn erst hier würde sich in den Ergebnissen eine Näherung an den theoretischen RTP-Wert erkennen lassen. Ein einzelnes Spiel sagt hier jedoch wenig aus.

Wo liegt der Vorteil für das Casino?

Ganz anders sieht das jedoch aus Sicht der virtuellen Spielhalle aus. Diese betrachtet nämlich nicht nur einen Spieler, sondern hunderte gleichzeitig, die einen Spin nach dem anderen tätigen. Sie kommen somit viel schneller auf den Vorteil, da sie wesentlich mehr Spiele machen. Das Glücksspielportal verdient also pausenlos, sofern genug Spieler spielen. Gerade bei Slots mit einem aus Casinosicht sehr guten Hausvorteil von bis zu 8% bekommt die Spielhalle viel Geld zusammen.

Das Glücksspiel im Fokus der Politik

Umsätze lassen sich mit dem Glücksspiel also erzielen. Doch es gibt einen anderen Faktor, der das Geschäftsmodell nicht unbedingt krisensicher macht. Je nach Regierung und deren Politik ist in der Vergangenheit oftmals für oder gegen die Legalisierung von Glücksspiel entschieden worden. Momentan wendet sich in Deutschland das Blatt zugunsten der Online Casinos mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag 2021. Ob das auch auf lange Sicht Bestand hat, ist jedoch eine andere Frage.

Fazit: Ein sicheres Geschäft für den Moment

Sind nun also Online Casinos ein sicheres Geschäft? Aus der reinen Theorie heraus: Ja. Bereits durch die Spiele kann man als Casinobetreiber Umsatz erzielen, zumindest, wenn das Glücksspielportal genügend Kunden aufweist. Denn wie bei jedem Unternehmen müssen auch hier das Portal selbst, die Infrastruktur, die Mitarbeiter und alle weiteren laufenden Kosten getragen werden. Es bedarf also einer klugen Kalkulation. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass das Glücksspiel von Seiten der jeweiligen Regierung legal betrieben werden darf.