Viele Frauen verbinden die Wechseljahre mit Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, Unruhe und schlechten Stimmungen. Einigen gehen die Haare aus, bei anderen wächst der Busen noch mal – das alles geht aufs Konto der Hormone. Doch die Beschwerden kann man lindern.

Von Dr. med. Adrian Flohr, Facharzt für Frauenheilkunde bei Medplus Nordrhein

Im Alter wird die Produktion der Geschlechtshormone gedrosselt. Oft werden unterschiedliche Begriffe als Synonym verwendet. Allerdings sind die Wechseljahre und die Menopause nicht dasselbe.

Mit der Menopause ist die letzte Regelblutung der Frau gemeint. Ab diesem Zeitpunkt ist sie unfruchtbar und die Hormonumstellung abgeschlossen. Doch so einfach ist es oft leider nur in Lehrbüchern. Die Hormonumstellung nimmt einige Zeit in Anspruch und bleibt bei vielen Frauen nicht ohne Beschwerden. Glücklicherweise gibt es einige Hilfen, um die Symptome zu lindern. Petersilie zum Beispiel gilt nicht nur seit dem Mittelalter als Aphrodisiakum, sondern soll vor allem in den Wechseljahren besonders gut tun.

Das erste Anzeichen für die Wechseljahre ist eine Veränderung der Zykluslänge. Bei rund 25 Prozent der Frauen zwischen 40 und 50 Jahren werden die Abstände länger, die Blutung stärker, Zwischenblutungen nehmen zu, bis die Periode schließlich ganz ausbleibt. Das liegt daran, dass der Körper bestimmte Hormone in immer geringer werdendem Umfang produziert. Hinzu kommen Beschwerden wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, abnehmende Leistungsfähigkeit, Erschöpfung, Reizbarkeit, Nervosität und Gewichtszunahme. Wenn der Spiegel der weiblichen Hormone sinkt, steigt auch das Risiko, an Osteoporose zu erkranken.

Prämature Menopause mit Mitte 30

Bei einigen Frauen beginnen die Wechseljahre sehr früh. So kann der Östrogenspiegel bereits mit Mitte 30 stark sinken. Experten sprechen in diesem Fall von der prämaturen Menopause. Bei den 30-Jährigen ist schätzungsweise eine von 1000 Frauen betroffen. Treten bei jungen Frauen also die typischen Symptome auf, sollten sie einen Gynäkologen aufsuchen. Der kann anhand des Hormonspiegels im Blut und einer Knochendichtemessung bestimmen, ob es sich wirklich um ein frühes Klimakterium handelt oder ob gegebenenfalls eine andere Störung vorliegt.

Oft können die Ursachen für einen frühen Beginn der Wechseljahre nicht festgestellt werden. Man geht davon aus, dass entweder eine Funktionsstörung der Eierstöcke zugrunde liegt oder die Eizellen zu schnell abgebaut werden. Aber auch Krebsbehandlungen wie Chemo- und Strahlentherapie sowie eine Ovarialinsuffizienz, also eine Fehlfunktion der Eierstöcke, können verantwortlich sein. Eine genetische Veranlagung oder Autoimmunkrankheiten können ebenso Gründe für das Absinken der Hormone sein. Starke Raucherinnen haben ebenfalls häufiger mit frühen Wechseljahresbeschwerden zu kämpfen. Betroffene Frauen sollten sich einer Hormonersatztherapie unterziehen, die dem Östrogenmangel entgegenwirkt, der bereits nach wenigen Monaten zum Abbau der Knochenmasse führen kann.

Erbliche und ethnische Faktoren spielen eine Rolle

Bis die hormonelle Umstellung der Frau abgeschlossen ist, vergehen oft mehrere Jahre. Im Normalfall dauern die Wechseljahre zwischen zehn und 15 Jahren. Wann sie beginnen und wie lange sie dauern, ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Erbliche und ethnische Faktoren spielen dabei eine erhebliche Rolle.

Für Frauen in den Wechseljahren empfiehlt es sich, ausreichend Sport zu treiben und auf eine bewusste, kalziumhaltige und Vitamin-D-reiche Ernährung zu achten. Sind die Beschwerden so stark, dass sie die Lebensqualität beeinträchtigen, ist eine weitergehende Therapie angezeigt, eine Hormontherapie. Dazu stehen verschiedene Gestagen-Einzelpräparate sowie Östrogen-Gestagen-Kombinationspräparate zur Verfügung. Das Ziel dieser Therapie ist es, Beschwerden zu lindern, die Rückbildung der Scheide zu verhindern und das Risiko für Knochenbrüche infolge von Osteoporose zu senken. Welches Präparat infrage kommt, entscheidet der Gynäkologe.

 

Dr. med. Adrian Flohr vom Ärzte- und Gesundheitsnetzwerk Medplus Nordrhein betreut Patientinnen umfassend in allen Fragen der Frauenheilkunde und Geburtshilfe (Gynäkologie). Der Frauenarzt und seine Kollegen bieten ein breites medizinisches Spektrum mit mehreren Schwerpunkten in der gesamten Gynäkologie und den relevanten angrenzenden Fachbereichen an; dazu gehören auch die gesamte Krebsvorsorge, die Behandlung der Endometriose und der Wechseljahresbeschwerden. Weitere Informationen unter: www.medplus-nordrhein.de/fachaerzte/dr-med-adrian-flohr-kollegen/ und www.medplus-nordrhein.de

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