In Deutschland fehlen bezahlbare, barrierearme Wohnungen. Bis zum Jahr 2030 müssen laut einer Studie drei Millionen Wohnungen altersgerecht neu oder umgebaut werden. Daher können solche Konzepte interessante Investmentalternativen für alle Anlegeransprüche bieten.

Von Markus Brochenberger, Vorstandsvorsitzender der compexx Finanz AG

Die deutsche Gesellschaft verändert sich. Das hat vor allem etwas mit dem demografischen Wandel zu tun. Die Geburtenziffer liegt in Deutschland trotz eines Anstiegs mit 1,5 Kindern je Frau weiterhin unter dem Durchschnitt der Europäischen Union, und die hiesige Bevölkerung wird zukünftig deutlich älter sein als jetzt: Prognosen gehen davon aus, dass 2060 jeder Dritte mindestens 65 Jahre alt sein wird. Das meldet die Bundeszentrale für politische Bildung.

Und das Statistische Bundesamt teilt mit, dass zwischen 1990 und 2011 die Zahl der Geborenen fast stetig abgenommen hat und dass die Geburten erst seit 2012 nehmen wieder etwas zunehmen. „Die stark besetzten Jahrgänge der 1950er und 1960er Jahre sind in das höhere Erwerbsalter gekommen. Die Anzahl der ab 70-Jährigen ist von acht auf 13 Millionen gestiegen. Das Medianalter, welches die Bevölkerung in eine jüngere und eine ältere Hälfte teilt, hat sich infolgedessen um acht Jahre von 37 auf 45 erhöht“, heißt es weiter.

Produkte und Dienstleistungen für Senioren kreieren

Das verändert nicht nur die Gesellschaft, sondern auch die Wirtschaft und die Art und Weise, wie Sparer in Zukunft ihr Geld rentierlich anlegen können. Denn der steigende Anteil an Älteren führt zwangsläufig dazu, dass neue Produkte und Dienstleistungen in den Fokus rücken, die für diese Gruppe besonders interessant beziehungsweise notwendig sind. Unternehmen sind gefragt, Produkte und Dienstleistungen zu kreieren, die den Bedürfnissen von Senioren entsprechen und die ihnen den Alltag erleichtern. Im letzten Lebensdrittel geht es um Komfort, Sicherheit, Gesundheit und Lebensqualität: Wirtschaft und Gesellschaft sind gefordert, dies für Senioren sicherzustellen.

Ein Beispiel, wie Senioren und Anleger gleichermaßen profitieren können, sind seniorengerechte Immobilien. Der Hintergrund: In Deutschland fehlen bezahlbare, barrierearme Wohnungen. Laut der Studie „Wohnen der Altersgruppe 65plus“ im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) wird sich dies auch auf den Immobilienmarkt auswirken: Bis zum Jahr 2030 müssten drei Millionen Wohnungen altersgerecht neu oder umgebaut werden.

Anlageklasse Immobilie mit gesellschaftlichem Megatrend

Diese seniorengerechten Wohnungen können in vielfältigen Formen errichtet werden. In herkömmlichen Mehrfamilienhäusern können solche Wohnungen genauso entstehen wie in besonders auf Senioren ausgerichtete Wohnformen, etwa spezielle Wohnanlagen, die auch einen Concierge-Service und andere Annehmlichkeiten umfassen können. Das wiederum bietet interessante Investmentchancen, verknüpft der Ansatz doch die generelle Bedeutung der Anlageklasse Immobilie mit einem gesellschaftlichen Megatrend. Und das über alle Preissegmente hinweg: Es wird mehr und mehr vermögende Ältere geben, die ihren Lebensabend genießen wollen und daher bereit sind, in eine hochwertige altersgerechte Immobilie zu investieren. Und genauso werden bezahlbare, barrierearme Wohnungen werden schließlich mehr und mehr gefragt. Daher können solche Konzepte interessante Investmentalternativen für alle Anlegeransprüche bieten.

Die Rendite kann jenseits der fünf Prozent liegen. Und gerade in der aktuellen Phase sehr günstiger Zinsen lässt sich ein seniorengerechtes Mehrfamilienhaus oder ein Portfolio an Eigentumswohnungen sehr gut finanzieren. Das nennt man zukunftsfähiges Investieren.

 

Markus Brochenberger ist Vorstand der compexx Finanz AG, einem Beratungsunternehmen für Finanzdienstleistungen. Die compexx Finanz AG verfolgt seit der Gründung vor 14 Jahren ein Allfinanzkonzept und betreut mittlerweile mehr als 60.000 Kunden in ganz Deutschland bei allen Fragen rund um Vermögen, Versicherung und Vorsorge. Das Unternehmen gehört mehrheitlich zur Versicherungsgruppe die Bayerische.

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