Präkonzeptionelle Beratung gewinnt zunehmend an Bedeutung. Eine individuelle Gesundheitsberatung vor Eintritt einer Schwangerschaft hilft, die Risiken für Mutter und Kind auf ein Minimum zu reduzieren.

Von Dr. med. Adrian Flohr, Facharzt für Frauenheilkunde bei Medplus Nordrhein

Frauen, die eine Schwangerschaft planen, befinden sich in einer sensiblen Lebensphase, in der sie besonders empfänglich für Veränderungen ihres Lebensstils sind. Dennoch hat sich noch immer nicht der Vorsorgegedanke bei auftretendem Kinderwunsch etabliert. Es sind die gleichen Barrieren zu beobachten wie bei anderen präventiven Maßnahmen: Wer sie am meisten benötigt, nimmt sie am seltensten in Anspruch. Das zu ändern, ist eine wichtige Aufgabe der Gynäkologen, die sich trotz des hohen Aufwands Zeit dafür nehmen. Schließlich ist durch Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen die Sterberate bei Mutter und Kind gesunken. Die Präkonzeptionelle Beratung verfolgt das Ziel, den Gesundheitszustand der Frau vor der Schwangerschaft zu optimieren und so die Wahrscheinlichkeit für Komplikationen zu verringern. Die meisten Frauen verzichten erst dann auf Zigaretten und Alkohol oder ernähren sich gesünder, sobald der Schwangerschaftstest positiv ist. Zu diesem Zeitpunkt kann es aber bereits zu spät sein, denn die kritische Phase für potenzielle Organschädigungen beginnt bereits drei Tage nach Ausbleiben der Menstruation – also meist, bevor die Schwangerschaft festgestellt wird.

Bei der präkonzeptionellen Beratung wird zwischen normalen und Risikoschwangerschaften unterschieden. Frauen mit chronischen Erkrankungen gehören in die zweite Gruppe. Sie leiden etwa an Diabetes Mellitus, Epilepsie, Herz- oder rheumatischen Krankheiten. Von besonderer Bedeutung ist, dass die präkonzeptionelle Beratung stets individuell auf die Frau beziehungsweise auf das Paar zugeschnitten ist.

Folsäure, Jod und Eisen 

Die Zeit vor der Schwangerschaft sollten Frauen dazu nutzen, mit der Einnahme von Folsäure zu beginnen, ihr Körpergewicht bestmöglich auf ein normales Niveau zu bringen, ihre Lebensgewohnheiten anpassen sowie den Impfstatus und die Zahngesundheit zu prüfen. Mit dem präkonzeptionellen Konzept werden die Bedeutung und die Chancen frühzeitiger Vorsorge in den Fokus gerückt. Denn den meisten Frauen ist gar nicht klar, wie sich der Lebensstil vor der Schwangerschaft auf Mutter und Kind auswirkt. Gynäkologen begleiten Frauen oft über viele Jahre und können dieses enge Arzt-Patienten-Verhältnis für die wichtige Aufklärungsarbeit nutzen und Frauen auch im Hinblick auf eine Schwangerschaft zu einem gesunden Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und regelmäßiger Bewegung animieren. Wichtig: Zur Allergieprävention bei ihrem Kind sollten sie keine Lebensmittel aus ihrer Ernährung ausschließen.

Das ist insofern wichtig, als dass die ersten 1000 Tage ab der Konzeption als ein sensitives Zeitfenster gelten, in dem die Gesundheit des Kindes geprägt und das Risiko für spätere nicht übertragbare Krankheiten modifiziert werden kann. Zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung sollte frühzeitig Folsäure in einer adäquaten Dosierung eingenommen werden, aber auch Jod und Eisen sowie DHA bei einer fischarmen Ernährung werden empfohlen.

 

Dr. med. Adrian Flohr vom Ärzte- und Gesundheitsnetzwerk Medplus Nordrhein betreut Patientinnen umfassend in allen Fragen der Frauenheilkunde und Geburtshilfe (Gynäkologie). Der Frauenarzt und seine Kollegen bieten ein breites medizinisches Spektrum mit mehreren Schwerpunkten in der gesamten Gynäkologie und den relevanten angrenzenden Fachbereichen an; dazu gehören auch die gesamte Krebsvorsorge, die Behandlung der Endometriose und der Wechseljahresbeschwerden. Weitere Informationen unter: www.medplus-nordrhein.de/fachaerzte/dr-med-adrian-flohr-kollegen/ und www.medplus-nordrhein.de

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