Mehr als die Hälfte aller Menschen mit Diabetes stirbt an einem Herzinfarkt. Es ist daher entscheidend, Diabetes-Patienten hinsichtlich der Herzgesundheit zu begleiten, um Risiken für schwere Erkrankungen wie den Herzinfarkt zu reduzieren.

Von Dr. Jolanda Schottenfeld-Naor, Diabetologin bei Medplus Nordrhein

Es ist keine wirkliche Neuigkeit, aber man kann nicht oft genug davor warnen: Die Herzen von Menschen mit Diabetes sind besonders gefährdet. Mehr als die Hälfte aller Diabetiker stirbt an einem Herzinfarkt. Und mehr als 60 Prozent aller Menschen, die wegen eines Infarktes oder wegen akuter Durchblutungsstörungen des Herzmuskels ins Krankenhaus kommen, haben Diabetes oder zumindest einen gestörten Zuckerstoffwechsel. Das allein zeigt schon, wie wichtig eine gute Herzfunktion im Verlauf der Zuckerkrankheit wird.

Was bedeutet das? Es ist entscheidend, Diabetes-Patienten hinsichtlich der Herzgesundheit zu begleiten, um Risiken für schwere Erkrankungen wie den Herzinfarkt zu reduzieren. Das gilt auch, weil bei Diabetikern ein Herzinfarkt oftmals ohne den typischen Warnschmerz auftritt – der Betroffene hat also kaum eine Möglichkeit zur Reaktion. Daher verweisen Experten auf die Dringlichkeit einer umfassenden Diagnostik und Therapie, um die Risiken eines Herzinfarkts für Diabetes-Patienten zu reduzieren und damit zugleich Lebenserwartung und Lebensqualität zu erhöhen.

Geschulter eigenverantwortlicher Umgang der Patienten

Ein Beispiel für die kontinuierliche Versorgung von Diabetes-Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen sind Disease-Management-Programme. Diese stellen koordinierte Gesundheitsversorgungsmaßnahmen und Informationen zur Verfügung, um die Patienten dazu zu befähigen, sich aktiv an der Behandlung zu beteiligen und die Krankheit, deren Symptome und Bedeutung sowie Behandlungsmöglichkeiten kennenzulernen. Die Praxis zeigt, dass dieser geschulte eigenverantwortliche Umgang der Patienten mit der Krankheit regelmäßig zu besseren Ergebnissen führt.

Menschen mit Diabetes und Herzerkrankungen brauchen eine besondere medizinische Fürsorge, um mit beiden Erkrankungen umzugehen. Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt dabei auf der Prävention und Behandlung von Herz-und Gefäßerkrankungen bei Diabetes. Dazu gehören neben dem Disease-Management-Programm Koronare Herzkrankheit (KHK) und Herzinsuffizienz die frühzeitige Erkennung und Behandlung von Risikofaktoren wie die Einstellung eines Bluthochdrucks, einer Fettstoffwechselstörung und einer Fettleber. Dazu stehen sehr wirksame Medikamente zur Verfügung. Heute gibt es auch neue Diabetesmedikamente, die Blutzucker und Gewicht senken und das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall reduzieren beziehungsweise die Herzgesundheit verbessern.

Die Schulungen fördern auch den Lebensstil mit gesunder Ernährung, körperlicher Aktivität und Nikotinverzicht, der der Herzgesundheit zuträglich ist. Das zeigt: Eine Praxis mit Diabetes-Schwerpunkt ist die richtige Anlaufstelle für Menschen, um die Prognose oder den Verlauf der Erkrankung zu verbessern und sogar die Sterblichkeit zu senken. 

Risiken frühestmöglich erkennen

Für Betroffene kann es zusätzlich sehr sinnvoll sein, wenn die behandelnden Ärzte eng an der Schnittstelle von Diabetes und gesundem Herz zusammenarbeiten. Durch vernetzte Leistungen können die Patienten gleich aus zwei Richtungen begleitet werden. Das verhindert, einen relevanten Aspekt in Diagnostik und Therapie zu vergessen. Auch in der Prävention ist diese Vernetzung wichtig, etwa bei Check-up-Untersuchungen. Spezialisierte Experten richten ihr Augenmerk natürlich darauf, Risiken frühestmöglich zu erkennen, um durch eine medizinische Therapie und die Anpassung des Lebensstils Ereignissen vorzubeugen. Werden schnell die richtigen Entscheidungen getroffen, können Diabetes-Patienten möglicherweise vor lebensbedrohlichen Herzerkrankungen geschützt werden. Dies gelingt im Zusammenspiel der Fachrichtungen.

Außerdem ist es wichtig, dass auch Diabetes- und Ernährungsberaterinnen eng eingebunden werden. Die Ernährung spielt eine entscheidende Rolle, um die Gesundheit zu erhalten und Krankheiten zu bekämpfen. Wissenschaftliche Studie und die Praxis belegen, dass eine einseitige Ernährung mit viel Zucker und schlechten Fetten negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben und schwerwiegende Erkrankungen wie Herz-Kreislaufprobleme oder auch Diabetes fördern können. Allein die Umstellung der Essgewohnheiten zu einer neuen Lebensqualität kann dabei helfen, gerade in komplexen medizinischen Situationen. Der Verlauf eines Diabetes oder auch Herz-Kreislauferkrankungen können durch die richtige Ernährung positiv beeinflusst werden.

 

Dr. med. Jolanda Schottenfeld-Naor vom Ärzte- und Gesundheitsnetzwerk Medplus Nordrhein in Düsseldorf betreut Patienten umfassend in allen Fragen der Inneren Medizin und Diabetologie. Als Diabetes-Schwerpunktpraxis sind Dr. med. Jolanda Schottenfeld-Naor und ihre Kollegen die richtigen Ansprechpartner für alle Menschen mit Diabetes, um die Lebensqualität bestmöglich zu erhalten, und beraten hinsichtlich sämtlicher Fragestellungen im Bereich der Ernährung (präventiv und therapeutisch). www.medplus-nordrhein.de/fachrichtungen/innere-medizin-diabetologie/dr-med-jolanda-schottenfeld-naor-kollegen-duesseldorf-aerztehaus-oststrasse und www.medplus-nordrhein.de

Fotocredit: @ fotolia/-stokkete

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.