Die individuelle Versorgung mit einem Hörsystem kann dazu führen, das Risiko einer Demenz abzumildern. Das haben verschiedene wissenschaftliche Studien bereits gezeigt.

Von Christiane Becker-Hartig, Hörgenuss Ermeding

Die Zahlen sind erschreckend: Laut Bundesministerium für Gesundheit sind derzeit bis zu 1,6 Millionen Menschen in Deutschland an Demenz erkrankt. Die Tendenz ist steigend. Schätzungen zu Folge werden im Jahr 2050 etwa drei Millionen Menschen von Demenz betroffen sein. Damit steigen die Risiken, im Alter die chronische Erkrankung des Gehirns zu erleiden, die mit einem schleichenden Verfall kognitiver, emotionaler und sozialer Fähigkeiten zusammenfallen, erheblich.

Was genau eine Demenz auslöst, ist bislang nicht bekannt. Aber die Demenzforschung hat inzwischen eine ganze Reihe von Gefahrenquellen erkannt, die eine Erkrankung begünstigen können. Zuletzt wurden im Sommer 2018 auf dem Kongress der Alzheimer’s Association in Chicago wieder zahlreiche Studien vorgestellt, die sich mit einzelnen Risikofaktoren und deren Prävention befassten.

Und auch andere Fachleute haben sich eingehend mit den möglichen Auslösern einer Demenz befasst. Unter anderem Anja Schneider, Leiterin der Arbeitsgruppe für transnationale Demenzforschung am Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE). Sie sagte dem Nachrichtenmagazin „Focus“ Mitte Januar 2019: Schlechtes Hören führe zu sozialer Isolation, was wiederum in einer Depression enden könne. Mit einem Hörgerät wäre daher ein Risikofaktor für Demenz leicht auszuhebeln. Verschiedene Studien hätten die Bedeutung dieses Faktors bereits gezeigt.

Altersschwerhörigkeit erhöht Risiko von Demenz

Auch Studien eines Forscherteams vom John Hopkins Center on Aging and Health in den USA von 2015 belegen, dass eine unbehandelte Altersschwerhörigkeit das Risiko von Altersdemenz und Altersdepression erhöhen kann. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass Menschen, die gut hören, ihr Risiko, an Demenz zu erkranken, senken können. In der Praxis zeigt sich, dass dieser Zusammenhang auf der Hand liegt. Wer schlecht hört, kann Töne, Klänge, Wörter und Emotionen nicht mehr richtig verarbeiten. Das führt zu Unsicherheit und einem Rückzug aus dem sozialen Leben. Durch diesen Rückzug ist das Gehirn weniger Reizen ausgesetzt. Die Folge: ein erhöhtes Demenzrisiko und Einschränkungen in der geistigen Leistungsfähigkeit. Zugleich schränkt eine altersbedingte Hörschwäche auch die räumliche Wahrnehmung ein. Das verstärkt zusätzlich die Unsicherheit bei den Betroffenen.

Hör-Check erkennt Hörverluste frühzeitig

Besonders betroffen sind davon Menschen über 60 – also in einem Alter, in dem das Demenzrisiko besonders groß wird. Dabei können sie schon durch eine einfache Maßnahme das Risiko des schlechten Hörens reduzieren. Mit einem Hör-Check bei einem ausgewiesenen Fachbetrieb lassen sich Hörverluste frühzeitig erkennen und gegebenenfalls durch ein Hilfsmittel (Hörgerät) ausgleichen.

Warum ist das so? Die individuelle und professionelle Versorgung mit einem Hörsystem unterstützt das Gehirn dabei, alle akustischen Informationen zu verarbeiten und den Umgang mit Sinnesreizen nicht zu verlernen. Hörverluste und die negativen Folgen können durch die Hörgeräteversorgung ausgeglichen werden. Kurzum bedeutet das: Mit einem Hörgerät lässt sich der bedrohliche Teufelskreis aus Hörverlust und Rückzug durchbrechen und die Lebensqualität nachhaltig erhöhen. Ein Hörgerät ist das Fitnessstudio für das Gehirn!

Christiane Becker-Hartig ist Hörakustikermeisterin bei Hörgenuss Ermeding in Mönchengladbach. Das Hörgeräteakustikfachgeschäft, das zum bekannten Augenoptikerfachbetrieb Sehgenuss von Klara und Erich Ermeding gehört, bietet eine individuelle Hörgeräteversorgung mit Qualitätsprodukten aller renommierten Hersteller an und berät die Kunden unter anderem bei der Demenzvorsorge. Mehr Informationen unter www.der-hoerakustiker.de/akustiker/hoergenuss-ermeding/moenchengladbach-bismarckstr–24/ und www.sehgenuss.de

Fotocredit: © adpic

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