Im Alter müssen laut einer Studie 45 Prozent des letzten Bruttoeinkommens Monat für Monat aus eigener Kraft ersetzt werden, um die Rentenlücke zu schließen. Das lässt sich in der Regel aus dem monatlichen Arbeitseinkommen kaum ersparen.

Von Markus Brochenberger, Vorstand der compexx Finanz AG

„Die Rente ist sicher“: Dieser Satz des früheren Bundesarbeitsministers Norbert Blüm hängt auch Jüngeren in den Ohren. Und sicherlich wird der Politiker auch Recht behalten: Deutsche Beamte und Arbeitnehmer werden weiterhin ihre Zahlungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten – aber mit Sicherheit werden diese immer geringer ausfallen. In Zukunft soll das Rentenniveau bis 2050 auf weniger als 40 Prozent im Verhältnis zum Durchschnittsverdienst desselben Jahres sinkt. Das schätzt ein Gutachten der Bundesregierung. Die klaffende Rentenlücke steht damit deutlich vor Augen.

Die internationale Finanzgesellschaft Fidelity International hat kürzlich errechnet, dass künftige Ruheständler in Deutschland bis zum Alter von 67 Jahren rund das Zehnfache ihres Bruttojahreseinkommens angespart haben müssten, um den gewohnten Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Um auf diesen Wert des zehnfachen Jahresbruttoeinkommens als Sparreserve zu kommen, ist es nötig, rund 21 Prozent des Bruttoeinkommens in ihrem gesamten Erwerbsleben zurückzulegen.

Das ist eine ganze Menge und nur für die wenigsten machbar. Selbst Besserverdienende können in der Regel – auch durch Immobilienfinanzierung, Kinder etc. – kaum ein Fünftel des monatlichen Bruttogehalts zur Seite legen. Denn heruntergerechnet aufs Nettoeinkommen würde dies bei einem bereits überdurchschnittlichen Gehalt von 5000 Euro brutto monatlich bedeuten (Musterberechnung!), dass vom netto von rund 3000 Euro ganze 1000 Euro fürs Alter angelegt werden müssten. Selbst sparsame Zeitgenossen werden damit wohl ihre Schwierigkeiten haben.

Wie viel Geld soll zur Verfügung stehen?

Daher ist es nötig, sich mit alternativen Wegen der privaten Altersversorgung auseinanderzusetzen und die richtigen Lösungen für den eigenen Bedarf zu finden. Im Fokus steht eine frühzeitige Bedarfsanalyse: Wie viel Geld soll im Alter monatlich zur Verfügung stehen? Gehört eine abbezahlte Immobilie zum Vermögen? Sind Erbschaften zu erwarten? Wie hoch wird die erwartete gesetzliche Rente ausfallen? Welche Wünsche möchte man sich erfüllen – sollen es acht Wochen Urlaub pro Jahr und alle drei Jahre ein neues Auto sein, liegt der Fokus auf der Unterstützung der Kinder und Enkelkinder oder auf einem einfachen Leben ohne große Ansprüche?

Von diesen Parametern hängt die weitere Finanzplanung ab – die Ausgabenseite bedingt die Finanzlücke. Und diese wiederum ist entscheidend für die Strukturierung der privaten Altersvorsorge. Je mehr Geld benötigt wird, desto komplexer sind Planung und Umsetzung. Und die Praxis zeigt immer wieder, dass es auf die Mischung ankommt. Kaum jemand, das hat das obige Rechenbeispiel erwiesen, kann sich aus seinen laufenden Einkünften „reich sparen“. Aber es existieren genügend Möglichkeiten, ein Alterseinkommen zu generieren. Das kann beispielsweise eine staatlich geförderte Form der Altersvorsorge wie die Riester- oder Rürup-Rente. Oder auch Sachwerte-Investments wie Immobilien, die als Substanzvermögen für kontinuierliche Ausschüttungen sorgen. Dazu zählen natürlich auch Aktien starker Unternehmen, die jährliche Dividenden um die drei Prozent zahlen.

 

Markus Brochenberger ist Vorstand der compexx Finanz AG, einer deutschlandweit agierenden Finanzdienstleistungsgruppe. Die compexx Finanz AG verfolgt seit der Gründung vor 13 Jahren ein Allfinanzkonzept und betreut mittlerweile mehr als 60.000 Kunden in ganz Deutschland bei allen Fragen rund um Vermögen, Versicherung und Vorsorge. Das Unternehmen gehört mehrheitlich zur Versicherungsgruppe die Bayerische.

Fotocredit: @ Adpic

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