Unternehmer können zwischen 1994 und 2007 geschlossene Verträge für Kapitallebens- beziehungsweise Rentenversicherungen unter gewissen Bedingungen zurückzurufen. Das setzt viel Geld für eine professionelle Neuanlage frei.

Unternehmer in Deutschland genießen viele Rechte, aber auch Pflichten. So sind sie – weil sie in der Regel über keinerlei Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung verfügen – darauf angewiesen, privat fürs Alter vorzusorgen. Dafür nutzen sie vielfach Bank- und Versicherungsprodukte, sogenannte Kapitallebens- beziehungsweise Rentenversicherungen. Damit wollen sie sich ein Vermögen aufbauen, um den Ruhestand finanziell abzusichern.

Welche Bedeutung dieses Konzept auch weiterhin hat, zeigen aktuelle Zahlen. Ende 2016 bestanden 89,3 Millionen Verträge bei Lebensversicherungsunternehmen, Pensionskassen und Pensionsfonds. Rentenversicherungen haben mit rund 40 Millionen Verträgen eine große Bedeutung. Und im Jahr 2016 haben die deutschen Lebensversicherer erstmals mehr als eine Billion Euro für ihre Kunden angelegt. Das geht aus der Publikation „Die deutsche Lebensversicherung in Zahlen 2017“ hervor, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin veröffentlicht hat. Demnach wuchs der Kapitalanlagenbestand im abgelaufenen Jahr um 4,3 Prozent auf 923 Milliarden Euro (Vorjahr: 885 Milliarden Euro). Hinzu kamen noch rund 102 Milliarden Euro (Vorjahr: 96 Milliarden Euro; plus 5,9 Prozent) an Kapitalanlagen für fondsgebundene Policen. Deutschland, so kann man also feststellen, ist ein Land der Lebensversicherungen.

Nun sind besonders Selbstständige und kleinere Unternehmen auf eine gut strukturierte und funktionierende private Altersversorgung angewiesen. Sie können, im Gegensatz zum gehobenen Mittelständler, in der Regel nicht darauf setzen, eine hohe Summe durch den Verkauf ihrer Firma zu generieren, von der sie dann adäquat im Alter leben können. Daher müssen die Versicherungsverträge höchsten Ansprüchen genügen: Sie müssen gut rentieren, flexibel und kostengünstig sein.

Verzinsung für die Nutzung erhalten

Doch die Praxis zeigt, dass bei weitem nicht alle Versicherungsverträge wirklich günstig für den Versicherten sind. Und nicht wenige Unternehmer würden gerne aus diesen Policen aussteigen, haben aber Sorge davor, dass sie dies viel Geld kostet. Dafür gibt es eine Lösung. Der Bundesgerichtshof hat die Möglichkeit eröffnet, zwischen 1994 und 2007 geschlossene Verträge unter gewissen Bedingungen zurückzurufen. Kunden erhalten auf diese Weise die Möglichkeit, nicht nur alle eingezahlten Gelder zurückzuerhalten, sondern auch alle Gebühren und eine Verzinsung für die Nutzung des Vermögens durch die entsprechende Gesellschaft. Das gilt auch für bereits gekündigte Verträge, aus denen Unternehmer zusätzliche Gelder ziehen können. Vor allem bezieht sich dies auf fehlerhafte Widerrufsbelehrungen in den Verträgen. Diese waren in der Vergangenheit reihenweise falsch, sodass die Widerrufsfrist unendlich läuft – und damit jederzeit gezogen werden kann.

Entscheidend ist, das Geld nicht für den fröhlichen Verbrauch vorzusehen, sondern schnell eine rentierliche, günstige und flexible Neuanlage zu finden. Schließlich geht es darum, den Unternehmerruhestand professionell abzusichern, um keine Lücken in der finanziellen Versorgung zu riskieren.

Manuel Wiegmann ist Finanzexperte und Berater für die finanzprofi AG mit Büros und Vertriebsmitarbeitern in ganz Deutschland. Sein Fokus ist die umfassende persönliche Absicherung seiner Mandanten. Für diesen Schutz sorgen er und sein Team mit individuellen und innovativen Konzepten rund um das Thema Finanzen. Im Rahmen des Widerrufs arbeitet Manuel Wiegmann mit einer international renommierten Gesellschaft zusammen. Mehr Infos unter www.manuel-wiegmann.de; www.ihr-klv-check.de

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