Anleger brauchen keine Angst vor der Geldanlage in Aktien zu haben. Risikomanagement ist das Stichwort: Mit individuellen Strategien lassen sich Vermögen sichern und Rendite auf Dauer erwirtschaften.

Der Deutsche und die Aktie: Das ist eine diffuse Mischung aus traditioneller Sicherheitsmentalität, Angst vor schlaflosen Nächten bei Schwankungen an den Börsen und der Tendenz, bei einem Abschwung schnellstmöglich alles mit Verlust zu verkaufen – Hauptsache, man verliert nicht noch mehr. Das führt dann dazu, dass sich in Deutschland weiterhin keine echte Aktienkultur entwickeln will: Im Jahresdurchschnitt 2016 lag die Zahl der Aktionäre und Besitzer von Aktienfonds laut dem Deutschen Aktieninstitut bei knapp neun Millionen. Das ist zwar der höchste Stand seit 2012, bedeutet aber auch, dass nur rund jeder siebte Deutsche über 14 Jahre von den Entwicklungen am Aktienmarkt profitiert.

Dabei liegen die Vorteile für Anleger auf der Hand. Wer einmalig 300.000 Euro in Aktien anlegt und damit durchschnittlich fünf Prozent jährlich nach Kosten macht (das ist auch in einer eher defensiven Struktur möglich), verfügt nach 20 Jahren über knapp 800.000 Euro. Selbst Entnahmen werden durch diese langfristige Entwicklung möglich. Aktien werden damit zum Vermögens-Mehrer Nummer eins und sichern das Vermögen derart, dass Konsum und Erhalt für die nächste Generation möglich sind. Wer vor fünf Jahren in den deutschen Leitindex Dax investiert hat und durch alle Krisen geduldig mitgegangen ist, hat sein Vermögen heute fast verdoppelt. Anleger im US-amerikanischen Dow Jones haben rund 70 Prozent Kursgewinn gemacht, und der MSCI World, der die Entwicklung der Aktien von 23 Industrieländern weltweit widerspiegelt und als einer der wichtigsten Aktienindizes der Welt gilt, hat ein Kursplus von 65 Prozent erwirtschaftet.

Aktien in kleinen Tranchen erwerben

Natürlich muss aber jeder Vermögensmanager die Sorge des Anlegers ernst nehmen und mit ihm gemeinsam eine Strategie dafür finden, auch in schlechten Marktphasen dennoch seine Nachtruhe zu finden. Das beginnt bereits bei der grundlegenden Vermögensverwaltungsstrategie. Darin wird beispielsweise festgelegt, wie viel Vermögen in Aktien investiert werden darf, welche Aktien überhaupt zum Einsatz kommen und wie hoch der Anteil pro Aktie maximal sein darf. Eine etablierte Strategie ist, substanzstarke Aktien in kleinen Tranchen zu erwerben. Das bringt zwei entscheidende Vorteile: Der Vermögensinhaber profitiert von der Wertentwicklung und den Dividendenausschüttungen zahlreicher Werte und ist aufgrund der breiten Streuung weniger anfällig für plötzliche Kursrückgänge. Das sorgt für stabile Ausschüttungen.

Ebenso legen der Vermögensverwalter und sein Kunde gemeinsam fest, welche weiteren Anlageklassen zum Einsatz kommen sollen, um das Depot breit zu diversifizieren, beispielsweise Rentenpapiere, Alternative Investments oder auch Private Equity-Beteiligungen. Und sie entscheiden darüber, welche Sicherungsinstrumente eingesetzt werden sollen, um das Vermögen zu schützen und Rendite zu sichern. Eine Möglichkeit dafür sind Discount-Zertifikate. Gesetzt dem Fall, der aktuelle Kurs einer Aktie notiert bei 20 Euro, das Discount-Zertifikate mit Laufzeit von einem Jahr kostet 15 Euro, und der maximale Rückzahlungspreis liegt bei 16 Euro. Verliert die Aktie bis zum Fälligkeitstag des Zertifikats 20 Prozent (und sinkt damit von 20 Euro auf 16 Euro, also dem maximalen Rückzahlungspreis des Discount-Zertifikats), stehen dennoch fast sieben Prozent Gewinn im Depot – schließlich beläuft sich der Rückzahlungspreis für das Zertifikat auf eben diese 16 Euro. Und selbst wenn die Aktie den Basiswert unterschreitet, beispielsweise um zehn Prozent, hat der Besitzer des Discount-Zertifikats im Vergleich zum Aktienanleger 20 Prozent weniger verloren und kommt in den Besitz der Aktie als Rückzahlungsausgleich für das Zertifikat. In der Folge kann der Anleger vom möglichen Wiederanstieg der Aktie profitieren.

Risikomanagement ist das Stichwort: Der Vermögensverwalter ist gefragt, Strategien zu entwickeln, die Vermögen sichern und Renditen ermöglichen – und das bei bestmöglichem Schutz des Depots. Dann macht die Geldanlage Freude ohne schlaflose Nächte.

 

Thomas Lenerz ist Direktor bei der I.C.M. Independent Capital Management Vermögensberatung Mannheim GmbH. Der banken- und produktunabhängige Vermögensverwalter hat sich auf die Verwaltung gehobener privater und semi-institutioneller Mandanten sowie Stiftungen spezialisiert. Seit 1999 am Markt, verwaltet I.C.M. mehrere hundert Millionen Euro an Anlegergeldern ausschließlich in individuellen Portfolios, in denen sämtliche am Markt verfügbaren liquiden Instrumente eingesetzt werden und die einem kontinuierlichen Risikomanagement unterliegen. Weitere Informationen: http://www.i-c-m-mannheim.de/

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