Einige Zahlungen sind wichtig und notwendig – die Stromrechnung gehört zweifelsohne dazu: Bereits ab 100 Euro Stromschulden drohen ernsthafte Konsequenzen. Ab dieser Summe sind die Versorger dazu berechtigt, bei einem Zahlungsverzug die Versorgung zu kappen. Statistiken zeigen: Von diesem Recht machen die Anbieter üblicherweise auch Gebrauch; im Durchschnitt sorgt ein Rückstand von gerade einmal 120 Euro für eine Stromsperre. Damit es dazu gar nicht erst kommt, muss schnell Geld beschafft werden. Ist ein Kleinkredit zur kurzzeitigen Überbrückung von Engpässen geeignet?

300.000 Abschaltungen jährlich in Deutschland

Obwohl die Stromversorgung wohl für jeden Menschen wichtig ist, kommt es jährlich in Deutschland etwa 300.000-mal zu einer Unterbrechung der Stromversorgung, weil offene Rechnungen nicht beglichen wurden. Abgesehen von der Problematik, dass Kühlschrank und Beleuchtung nicht mehr funktionieren werden die Kosten dadurch noch erheblich erhöht, weil die Sperrung und die Wiederanschaltung weiterhin mit hohen Gebühren verbunden ist. In Verbindung mit den vorherigen Mahngebühren summiert sich ein dreistelliger Eurobetrag, der zu den Stromschulden noch addiert werden muss. Dadurch verschärft sich die finanziell ohnehin schon angespannte Situation weiter, weswegen möglichst schnell gehandelt werden sollte. Selbst, wenn eine Stromsperrung angedroht wird, lässt sie sich noch abwenden – mit einer möglichst baldigen Zahlung. Leben Schwangere oder Kleinkinder im Haushalt, kann eine Abschaltung der Stromversorgung auch als unverhältnismäßig erachtet werden. Doch auch dies ändert nichts an der Tatsache, dass die Stromschulden früher oder später beglichen werden müssen. Wie lässt sich die Stromrechnung finanzieren?

1. Ratenzahlung vereinbaren

Die meisten Stromanbieter sind froh, wenn die Rechnung bezahlt wird – eine Stromabschaltung stellt nur das letzte Mittel dar, welches letztlich beiden Seiten mehr schadet als nützt. Aus diesem Grund können mit den Stromversorgern üblicherweise Ratenzahlungen vereinbart werden. Sofern sich also abzeichnet, dass der finanzielle Engpass sich in naher Zukunft auflöst, ist eine Begleichung der offenen Verbindlichkeiten auf diesem Wege sinnvoll. Insbesondere, wenn hohe Nachzahlungen fällig werden, hat sich die Ratenzahlung bewährt.

2. Kredit von der ARGE erhalten

Sofern von der ARGE Leistungen bezogen werden, ist es auch möglich, von der Behörde ein zinsloses Darlehen oder gar einen Zuschuss zur Stromrechnung zu erhalten. Üblicherweise werden die Mietnebenkosten ohnehin durch das Arbeitsamt getragen, problematisch ist es allerdings auch hier, wenn Nachzahlungen geleistet werden müssen. Normalerweise müssten diese Kosten vom Hartz IV-Regelsatz beglichen werden, die Gewährung eines Darlehens ist aber unter Umständen möglich – insbesondere dann, wenn dem Haushalt ansonsten die Abschaltung droht.

3. Kleinkredit aufnehmen

Es mag zunächst übertrieben erscheinen, nur für die Begleichung der Stromrechnung gleich einen Kredit aufzunehmen. In einigen Fällen erscheint dieser Weg aus verschiedenen Gründen allerdings als richtig: Zum einen sind Schwierigkeiten bei der Zahlung der Stromschulden immer ein sicheres Anzeichen dafür, dass die finanzielle Situation ohnehin angespannt ist. Durch den Kleinkredit können also auch andere Verbindlichkeiten getilgt oder das Girokonto ausgeglichen werden. Wird der Dispokredit in Anspruch genommen, müssen dafür hohe Zinsen gezahlt werden – obwohl die Zinsen auf dem Kapitalmarkt derzeit gering wie selten sind. Bei geringer Bonität werden die konventionellen Filiale Banken allerdings eine Kreditvergabe verweigern. Zudem werden Kleinkredite im Bereich von 1000 Euro ohnehin kaum gewährt. Die Gewinne fallen für die Banken zu gering aus, weshalb dieser Markt anderen Anbietern überlassen wird. Diese Anbieter finden sich im Internet, was den Vergleich in besonderem Maße vereinfacht. Der Vorteil: Neben den geringen Zinssätzen ist auch eine schnelle Zusage und Auszahlung möglich. Je nach Anbieter kann der gesamte Prozess binnen Stunden abgeschlossen werden.

4. Freunde oder Bekannte um Geld bitten

Zugegebenermaßen: Freunde oder Bekannte um Geld zu bitten ist für die meisten Menschen sehr unangenehm. Nicht ohne Grund heißt es, dass die Freundschaft beim Geld aufhöre – es handelt sich prinzipiell um ein sensibles Thema und nicht selten um den Auslöser von Streits. Zudem ist es natürlich besonders unangenehm, im eigenen Freundeskreis nach Geld zu fragen. Der Vorteil dabei: Die Auszahlung gelingt natürlich schnell, außerdem müssen üblicherweise keine Zinsen bezahlt werden. Der größte Vorteil liegt allerdings im Vertrauen, welches einem die Freunde unabhängig von der objektiven Bonität entgegenbringen.

Fazit: Stromrechnung zügig begleichen

Am Ende zeigt sich, dass die Stromrechnung in jedem Fall schnell gezahlt werden muss – ansonsten droht eine unangenehme Abschaltung. Abgesehen davon, dass der fehlende Strom dafür sorgt, dass Lebensmittel verderben und bei einem Elektroherd nicht mehr gekocht werden kann, entstehen durch die Abschaltung weitere Kosten. Fast immer gibt es allerdings einen Weg, diese Abschaltung im Vorfeld zu verhindern – auch wenn es um die Finanzen derzeit nicht rosig bestellt ist.

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